Ganze vier Monate hat es nun gedauert, bis hier wieder was passiert. Wahrscheinlich vorerst auch zum letzten mal.
Ums kurz zu machen: Es war geil ! Und zwar jenseitsgranatenmäßig. Stories und einen Schwank aus unserer Zeit kreuz und quer durch Indien gibt’s sehr gerne persönlich bei mir. Vielleicht bei einer Tasse indischem Tee in unserer neuen Bude in Stuttgart? Einfach melden.
In der Zwischenzeit (die mittlerweile ja auch lange genug war) konnte ich endlich die Bildbearbeitung abschließen und verweise Euch hiermit auf:
Eine fantastische Zeit in Delhi ging gestern mit der Übergabe unseres Wohnungsschlüssels zu Ende. Fast vier Monate war Delhi nun mein zu Hause. Rechtzeitig bevor wir endgültig Wurzen schlagen konnten, sattelten wir die stählernen Rösser und fuhren mit dem Nachtzug gen Nord-Osten. (Amritsar)
Ab Abend zuvor feierten wir mit den Jungs unserer NGO und den anderen Volunteers einen gebührenden Abschied in unseren vier Wänden mit Samosas, Coke und Limca. Über die Abschiedskarte von Raju freute ich mich im Besonderen. Zeigt sie doch, dass die Zeit nicht nur für uns unvergesslich bleibt, sondern auch bei den Jungs positiv in Erinnerung bleiben wird.
Einen ausführlichen Rückblick über die Zeit in Delhi wird es in den kommenden Tagen geben. Beim Internetzugang in Indien verhält es sich jedoch ähnlich wie mit Toilettenpapier: Mal hat man’s, mal nicht.
Bilder unserer Reise wird es aus Zeitgründen zukünftig lediglich sporadisch zu sehen geben.
Tausend Grüße in die Heimat. Ich hoffe Euch allen geht es gut.
Kurz bevor wir unsere sieben Sachen packen und unsere Reise antreten, konnten wir den City Walk Trailer rechtzeitig abschließen. Ohne die Hilfe Aarons hätten wir das Projekt sicherlich nicht in der Form realisieren können. Deshalb nochmal an dieser Stelle ein herzliches thank you!
Bis der Trailer online gehen wird, vergehen möglicherweise noch einige Wochen. Ein bisschen Feintuning ist derzeit noch in der Mache.
Nein, noch nicht. Weder im kalten (?) Deutschland noch hier. Und doch machte sich die Tage so etwas wie Weihnachtsstimmung breit. Mittwoch, 26. Oktober: दीवाली, dīvālī oder der einfachheitshalber “Diwali”: „Anordnung von Lichtern“ kommt dem christlichen Brimborium um Weihnachten und Silvester ziemlich nahe. Der deutlichste Unterschied dürften die Millionen Böller und Raketen sein, die einen fünf Tage vor-, und drei Tage nach dem eigentlichen Fest slapstickartig aus den Flip Flops schießen. Etwas seriösere Hintergrundinformationen gibt es wie gewöhnlich auf Wiki.
“The Hindu” berichtete von rund 200 Verletzten am Festtag. Auch einer der hippsten Läden Delhis mit jeder Menge Live Mucke, “Out of the Box”, musste den diwalischen Feuerwalzen weichen.
Wie ihr anhand dieses Artikels erkennen könnt, geht es mir aber nach wie vor bestens. Alle Gliedmaßen dran. Trommelfell heil. Zu verdanken haben wir das unserem Haus und Hof Kiosklieferanten Karmal, der uns am Feiertag spontan dazu einlud, mit ihm und seiner Familie zu feiern. Nach einem Prosit der Gemütlichkeit im Hinterzimmer seines Getränkelagers (siehe Foto) wurden wir zum ganz familiären Puja (Gebetsritual) eingeladen und mit hervorragenden Speisen und noch besserem Whiskey versorgt. Abzuwarten ob Weihnachten diesen Jahres das tolle Fest noch toppen kann.
Vergangenes Wochenende konnten wir die Attraktion Indiens von unserer Liste streichen. Auch wenn sich um halb 6 morgens die Tourimassen unmöglich abschütteln lassen, ist es dennoch ein einmaliges Bauwerk; in seiner Schönheit kaum zu überbieten. Hier einige Bilder vom Wochenende.
“Durga Puja: (Bengalisch: দুর্গাপূজা, durgāpūjā) ist im Hinduismus das Fest zu Ehren der Göttin Durga. Sie ist die wohl populärste Form der Göttin, die in unterschiedlichen Erscheinungsformen existiert, gütig ebenso wie strafend.” Mehr dazu auf: http://de.wikipedia.org/wiki/Durga_Puja
Da nach einer anstrengenden Woche die Faulheit obsiegt, hake ich lediglich den Wikipedia Eintrag mit einigen Bildern ab.
Dashami, der zehnte Tag, auch Dashahara oder Vijaya genannt, „Tag des Sieges“, bringt den Abschied. [...] In kleinen und großen Umzügen, auf Lastwagen die großen Statuen, in der Hand oder etwa auf dem Gepäckträger des Fahrrades die kleineren, geleiten die Menschen Durga zum Fluss oder zum nächstgelegenen Teich.
Das Photoprojekt noch kaum abgeschlossen, stürzen wir uns schon auf die nächste Aufgabe. Viel Zeit zum Caj trinken und Bollywoodfilme schauen bleibt ohnehin nicht, schließlich haben wir nur noch 4 Wochen hier in Delhi und nur 14 Tage, bis uns Aaron wieder gen Sydney verlässt.
Richtig, Aaron ist derjenige, der uns vor einigen Woche imposant in Szene gesetzt hat. Zigaretten, Bier und jede Menge Kartenspiele hatten uns vor zwei Monaten auf der Dachterrasse unseres damaligen Hotels zusammengebracht. Aaron arbeitet derzeit an einer Kurzdokumentation über Salaam Baalak Trust und Straßenkinder in Delhi. Spannende Sache! (Übrigens… ein weiteres Video von und mit ihm inklusive einiger toller Aufnahmen aus Delhi gibt es hier.) Für unsere nächste Aufgabe können wir seine Videodreh- und -cuttingskills bestens gebrauchen.
Wie die Überschrift vermuten lässt, geht es dieses mal um einen Film. Besser gesagt um einen Trailer. Zusammen mit den fünf City-Walk Tour Guides, die täglich Touristen durch die Hintergassen von Pahar Ganj führen und Einblicke in das Leben von Straßenkindern geben, drehen wir eine Neuauflage des bestehenden Trailers.
Der erste Drehtag verlief sehr vielversprechend, auch wenn die Rahmenbedingungen nicht immer ganz einfach zu handeln sind. Wütende Shopbesitzer, neugierige Straßenköter und herumwuselnde Kids, die ihre Chance als nächsten Stern am Bollywoodhimmel wittern, konnten uns nicht davon abhalten die ersten 20 Sekunden des Trailers zu drehen.
Fast 14 Tage sind seit meinem Besuch beim Barbier verstrichen. Viele Haare nachgewachsen und viel Wasser, pardon, Kloake den Yamuna hinunter geflossen. Schon vor Tagen wollte ich über die oftmals erschütternden Verhältnisse zwischen Arm und Reich schreiben. Noch finde ich dafür jedoch nicht die richtigen Worte. Gut möglich, dass ich darüber erst am Ende meiner Zeit hier in Delhi berichte. Als Resumé der indischen Hauptstadt.
Erfreuliches gibt es hingegen von unserer Arbeit zu berichten. Nach ziemlich genau zwei Monaten und jeder Menge nervenaufreibender Meetings, sind wir nun in der Endphase des Photokalenders angelangt. Der indische Besen, den ich in meinem ersten Beitrag zum Thema groß ankündigte, muss ich Gottseidank nicht fressen. Von einem reibungslosen Ablauf kann nämlich mitnichten die Rede sein. Um nicht mit mäßig spannenden Geschichten zu langweilen, sei in Kürze gesagt: Das Verständnis unserer Organisation für Design, Ästhetik und Bildkomposition weicht doch erheblich von unseren westlichen Vorstellung ab und ist nicht immer einfach zu vermitteln. Auch sicher geglaubte Abmachungen sind oftmals nur von kurzer Halbwertszeit. Nichts desto trotz konnten wir uns in den wesentlichen Punkten durchsetzen und den Kalender weitestgehend nach unseren Vorstellungen umsetzen.
Nun fehlen nur noch die Texte zu den Bildern, ein Einleitungstext und das Cover. Wenn jetzt nichts mehr dazwischenkommt, werden hoffentlich in rund 14 Tagen die ersten Exemplare an Touristen und Unternehmen in Delhi verkauft.
Vom Straßenkind zum Profiphotographen? Kein Ding der Unmöglichkeit, wie das Beispiel von Vicky Roy zeigt. Schade, dass wir nicht die Chance haben, ihn hier kennen zu lernen.
Man hat mir unter Tränen davon abgeraten. Mir Geld geboten es nicht zu tun. Doch ich lies mich keines Besseren belehren und so kam es, wie es kommen musste: Ich habe mir die Fresse polieren lassen! Und das ohne Wenn und Aber.
Diesmal kam der Teufel jedoch nicht als Eichhörnchen getarnt, sondern in Gestalt des Barbiers um die Ecke. Mit der gewohnten “wird schon nicht so schlimm werden”-Einstellung habe ich also das gesamte Gesichtsmassagenprogramm über mich ergehen lassen. Inklusive donnernder Faceslaps, eines 360° Vibrationspresslufthammers und schellenden Handtuchohrfeigen. Dabei wollte ich zunächst nur meinen Bart in eine akkurate Form getrimmt haben. Schließlich wurde ich schon fälschlicherweise mit “salam alaikum” angeredet und musste Enttäuschungen in den Gesichtern einiger Muslime erkennen, die in mir einen westlichen ihresgleichen sahen.
Ein kleines Accessoire in der Zelle des Folterknechts konnte schließlich mein (fast) blutüberströmtes Gesicht doch zum schmunzeln bringen. OLD SPICE !